Zeitachse
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880 - Erwerb des westlichen Lotharingien im Vertrag von Ribemont

Die Streitigkeiten um das ehemalige Zwischenreich gingen trotz der Vereinbarungen von Mersen weiter. Zunächst geht es nach dem Tode Kaiser Ludwigs 875 um Italien. Ludwig der Deutsche besaß zwar dessen Zusage zu Gunsten seines Sohnes Karlmann, Herzog von Bayern, der westfränkische König Karl der Kahle jedoch sicherte sich gegen diesen die Unterstützung des Papstes. Mit dem Tod Ludwigs des Deutschen erneuert Karl der Kahle zudem seine Forderung auf Herausgabe der im Vertrag zu Mersen an das Ostreich gefallenen östlichen Teile Lotharingiens. Nach einer kurzen Besetzung Aachens wird er jedoch wieder vertrieben.

Erst der Tod Karls des Kahlen 877 ermöglicht eine neue, allerdings für Frankreich demütigende Regelung im Vertrag von Ribemont. Das in Mersen Frankreich zugesprochene westliche Lotharingien mit Holland, Brabant, Lüttich und dem westlichen Lothringen (mit Verdun/Wirten und Toul/Tull) kommt unter König Karl dem Dicken nun auch an Deutschland.

In Burgund verliert das Reich jedoch das gerade erst gewonnene Hochburgund mit Basel und Neuenburg, das 922 unter Heinrich I. noch um den Aargau zwischen Reuß und Aare ergänzt wird. Hochburgund, noch um Besançon/Bisanz und Genf erweitert, wird – wie auch Niederburgund – selbständiges Königreich. Das ‚Herzogtum Burgund‘ mit Dijon verbleibt bei Frankreich.

Karl der Dicke strebt, nach dem Tod aller seiner Verwandten auch von den Westfranken zum König gewählt, noch einmal die Wiederherstellung des karolingischen Reichs an, vernachlässigt aber das wieder in seine Herzogtümer zerfallende Ostfrankenreich. Kurz vor seinem Tode muss er aller Macht entsagen; als seinen Nachfolger wählen die deutschen Herzöge 888 den unehelichen Sohn Karlmanns von Bayern, Arnulf von Kärnten, zum deutschen König, der in Rom auch zum Kaiser gekrönt wird. Mit dessen Sohn, Ludwig dem Kind, endet 911 die karolingische Linie in Deutschland in einem allgemeinen Niedergang.

Die Sprachgrenze bleibt unverändert.