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1871 - Gründung des Deutschen Reichs nach dem deutsch-französischen Krieg

Nach der Auflösung des Deutschen Bundes wurde 1867 der aus demokratischen Wahlen hervorgehende Reichstag des ‚Norddeutschen Bundes’ unter Führung Preußens in Berlin eröffnet. Die linksrheinischen Kompensationswünsche Napoleons III. kann Bismarck abwenden, den Ankauf von Luxemburg durch dessen Entlassung in die Selbständigkeit verhindern.

Die Forderung Frankreichs, auf die Kandidatur eines Hohenzollernprinzen, insbesondere des preußischen Königs Wilhelm I., für den spanischen Thron zu verzichten (‚Emser Depesche’), führt 1870 zum Deutsch-Französischen Krieg, an dem sich auch die süddeutschen Staaten beteiligen. Diese treten noch während des Krieges dem Norddeutschen Bund bei. Nach dem siegreichen Kriegsende wird am 18. Januar 1871 im Schloss von Versailles der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. proklamiert und das Deutsche Reich neu gegründet. Dieses besteht aus dem von Preußen beherrschten Norddeutschen Bund und den süddeutschen Ländern Baden, Württemberg, Hessen-Darmstadt und Bayern. Bayern behält für einige Jahre noch einen Sonderstatus.

Der deutschsprachige Teil Lothringens (einschließlich des französisch-sprachigen Metz) und das Elsass (ohne Belfort) werden – gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit – als Reichsland Elsass-Lothringen annektiert.

Die deutsche Sprache in den Provinzen Westpreußen und Posen stabilisiert sich durch Einwanderung und weitere Assimilierung der kassubischen und polnischern Bevölkerung. In Elsass-Lothringen wird die Auswanderung der französischen Elite durch die Einwanderung vor allem deutscher Verwaltungsbeamte kompensiert, Metz wird nach einigen Jahren wieder mehrheitlich deutschsprachig.