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1941 - Großdeutsches Reich nach dem Polen- und Frankreich-Feldzug

Die Revision der Versailler Ergebnisse war bisher – unter dem Druck des wieder aufgerüsteten Reichs – im Einvernehmen mit den Alliierten und der betroffenen Bevölkerung friedlich verlaufen. Auch die Wiedereingliederung des an Belgien abgetretenen Gebiets mit Eupen und Malmedy Anfang 1939 erfolgt einvernehmlich.

Unter Bruch des Münchner Abkommens besetzt Hitler ohne Gegenwehr die ‚Rest-Tschechei’, die am 15. März 1939 als Protektorat Böhmen und Mähren mit einem Sonderstatus (z.B. eigene Währung und Post) Teil des Reichs wird. Die Slowakei wird selbständig.

1933 hatten die Nationalsozialisten auch in der ‚Freien Stadt’ Danzig die Mehrheit erlangt und forderten den Anschluss an das Reich. Die Auseinandersetzungen um eine Regelung des ‚polnischen Korridors’, sowie die oppressive Situation der in Westpreußen, Posen und Ostoberschlesien verbliebenen Deutschen führen zu erheblichen Spannungen zwischen Deutschland und Polen. Am 1. September 1939 bricht mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg aus. Am selben Tag erklärt sich Danzig als Teil des Deutschen Reichs.

Der Angriff auf Polen führt zur Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland, allerdings nicht zu einem Eingreifen. Der eine Woche vor Kriegsbeginn mit der Sowjetunion geschlossene Nichtangriffspakt (‚Hitler-Stalin-Pakt’) hat den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ostpolen zur Folge. Nach vier Wochen kapituliert Polen und wird entlang einer vereinbarten Demarkationsgrenze besetzt. Westpreußen, das Wartheland (mit Posen), Ost-Oberschlesien, um das Gebiet um Bilitz-Biala erweitert, sowie altpolnische Gebiete mit Suwalki (Sudauen), Lódz (Lodsch, Litzmannstadt) werden dem Reich, das jetzt die Bezeichnung ‚Großdeutsches Reich’ führt, eingegliedert. Das darüber hinausgehende Gebiet bis zum Bug (mit Warschau, Lublin und Krakau) wird als ‚Generalgouvernement’ (1941 um Ostgalizien mit Lemberg erweitert) unter Reichsverwaltung gestellt. Ostpolen wird, wie auch die baltischen Länder, Teil der Sowjetunion. Etwa eine halbe Million Polen werden aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement, zwei Millionen aus ganz Polen als Zwangsarbeiter nach Deutschland deportiert. In die neuen Ostgebiete werden vor allem Volksdeutsche aus dem Baltikum und Südosteuropa angesiedelt.

Nach der handstreichartigen Besetzung Dänemarks und Norwegens beginnt am 10. Mai 1940 der Feldzug im Westen. Unter Verletzung der Neutralität werden Luxemburg, die Niederlande und Belgien besetzt. Das besiegte Frankreich unterzeichnet unter Marschall Pétain am 22. Juni einen Waffenstillstandsvertrag, in dessen Folge Frankreich mit Ausnahme eines Gebiets im Südosten (Sitz der Regierung in Vichy) besetzt wird. Die Niederlande werden einem ‚Reichskommissar’, Belgien mit einem Streifen in Nordfrankreich und das übrige besetzte Frankreich Militärbefehlshabern unterstellt. Luxemburg und Elsass-Lothringen werden de facto dem Reich angegliedert.

Südtirol überlässt Hitler dem zunächst verbündeten Italien. Ein Drittel der deutschen Südtiroler wandert vornehmlich in die neuen Reichsgebiete aus. Das Scheitern des italienischen Angriffs auf Albanien und Griechenland führt zum Eingreifen der Wehrmacht auf dem Balkan und im März 1941 zur Besetzung Jugoslawiens und Griechenlands. Die Südsteiermark mit Marburg (Maribor), 1919 verloren, wird annektiert. Die südlich anschließende deutsche Sprachinsel Gottschee wird Italien zugesprochen, die Bevölkerung in die Südsteiermark umgesiedelt.

Das deutsche Sprachgebiet dehnt sich durch Umsiedlungen in Polen weitgehend bis zu den neuen Ostgrenzen aus.