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1949 - Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Entgegen dem Potsdamer Abkommen, nach dem Deutschland eine wirtschaftliche und politische Einheit bleiben sollte, entwickeln sich die Besatzungszonen auseinander. Die Sowjetische Besatzungszone (‚SBZ’) wird allmählich dem gesellschaftlichen System der Sowjetunion angeglichen, die amerikanische und britische Zone verbinden sich 1947 zur ‚Bizone’, 1948 um die französische Zone zur ‚Trizone’ (im Volksmund ‚Trizonesien’) erweitert. Mit den getrennten Währungsreformen 1948 in Ost und West (Einführung der D-Mark) wird die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands vollzogen. Das bereits 1945 untergegangene Preußen, bis dahin größte Provinz des Reichs, wird 1947 auch de jure aufgelöst.

In Berlin heben die Sowjets die gemeinsame Verwaltung der Stadt auf und schließen Ost-Berlin ihrer Besatzungszone an. Mit dem Ziel, auch West-Berlin in die sowjetische Einflusszone zu zwingen, folgt im Juni 1948 eine Blockade der Zugangswege nach West-Berlin, sodass die Stadt von den Amerikanern elf Monate durch eine ‚Luftbrücke’ versorgt werden muss. Es beginnt der ‚Kalte Krieg’.

Am 23. Mai 1949 wird in den Westzonen die ‚Bundesrepublik Deutschland’ mit Regierungssitz in Bonn gegründet, der im Oktober in der Sowjetzone die Gründung der ‚Deutschen Demokratische Republik’ (‚DDR’) mit der Hauptstadt Berlin (Ost-Berlin) folgt. Erster Bundeskanzler ist Konrad Adenauer, erster Bundespräsident Theodor Heuss. In der DDR wird Wilhelm Pieck Staatspräsident. Die Spaltung Deutschlands ist besiegelt.

Die verlorenen Ostprovinzen werden auch ohne Friedensvertrag in die Sowjetunion bzw. Polen integriert, im sowjetischen Teil mit Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion, im polnischen Teil mit 1,4 Millionen Vertriebenen aus dem an die Sowjetunion verlorenen Ostpolen und 2,3 Millionen Umsiedlern aus dem Innern Polens sowie deportierten Zwangsarbeitern besiedelt. In die böhmischen und mährischen Randgebiete, das ehemalige Sudetenland, kommen 1,8 Millionen Tschechen aus dem Landesinnern.

Die deutsche Sprachgrenze hat sich nach dem Abschluss der Vertreibungen im Osten auf die neuen Staatsgrenzen zurückgezogen, lediglich im östlichen Oberschlesien verbleibt eine zweisprachige deutsche Minderheit. In Österreich hat sich die südliche Sprachgrenze durch den Verlust der Südsteiermark zurückgezogen.