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1945 - Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 22. Juni 1941 greift Deutschland die Sowjetunion an (‚Operation Barbarossa’), besetzt Ostpolen, das Baltikum, Weißrussland und die Ukraine, scheitert aber mit der Eroberung Leningrads und Moskaus. Nach einem Vorstoß bis in den Kaukasus folgt die Wende mit der im Winter 1943/44 verlorenen Schlacht um Stalingrad. Der Kriegseintritt der USA, die Landung der Alliierten in Süditalien im Juli 1943 und in der Normandie im Juni 1944, schließlich die Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen führen, kurz nach dem Selbstmord Hitlers, am 8. Mai 1945 zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.

In der ‚Jalta-Konferenz’ war Anfang 1945 zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin die Nachkriegsordnung vereinbart worden. Polen sollte nach Westen ‚verschoben’ werden, die Sowjetunion – wie im Hitler-Stalin-Pakt vereinbart – Ostpolen behalten. Deutschland verliert zunächst alle Gebiete, die über den Gebietsstand von 1937 hinausgehen, also Österreich, das Sudetenland, Böhmen und Mähren, das Memelland, Westpreußen mit Danzig, den Warthegau, Ost-Oberschlesien sowie im Westen Elsass-Lothringen, Luxemburg und Eupen-Malmedy. Luxemburg, Österreich, das die Südsteiermark verliert, und die Tschechoslowakei werden wieder selbständig.

Im Potsdamer Abkommen vom 2.8.1945 wird von den Siegermächten die Ausweisung aller Deutschen östlich der ‚Oder-Neiße-Linie’ beschlossen. Das nördliche Ostpreußen mit Königsberg wird sowjetischer, das südliche Ostpreußen, Pommern (ohne Vorpommern, aber mit Stettin), Ost-Brandenburg (mit Landsberg an der Warthe) und Schlesien werden polnischer Verwaltung unterstellt. Die nach den zunächst wilden Vertreibungen noch verbliebene deutsche Bevölkerung wird bis 1946 planmäßig deportiert. Das gleiche gilt für die Bevölkerung des Sudetenlands und die deutschen Minderheiten in Böhmen-Mähren, Polen, Jugoslawien und – eingeschränkt – Ungarn.

So verliert Deutschland – vorbehaltlich eines Friedensvertrags – nicht nur seine Jahrhunderte alten Provinzen im Osten, sondern auch 15 Millionen Deutsche, von denen mehr als zwei Millionen bei Flucht, Kriegshandlungen und Vertreibung umkommen, ihre Heimat und allen Besitz. Nur in Oberschlesien verbleiben etwa eine Million deutsch-polnische Schlesier. Deutschland verliert in der größten Katastrophe seiner Geschichte, verglichen mit dem Stand nach dem Versailler Vertrag, noch einmal 25% seiner Fläche.

Das verbliebene Deutschland wird in vier Besatzungszonen eingeteilt. Die USA erhalten Bayern, das nördliche Baden-Württemberg (mit Stuttgart), Hessen und als Hafen Bremen. Großbritannien erhält Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Frankreich das südliche Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz sowie das Saarland, das Frankreich wirtschaftlich angegliedert wird. Die Sowjetunion erhält Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Berlin wird in vier Sektoren unterteilt und einer gemeinsamen Verwaltung durch die vier Militärbefehlshaber (‚Alliierter Kontrollrat’) unterstellt.

Die Sprachgrenze im Osten löst sich durch die Vertreibungen auf, im Westen bleibt sie – trotz Ausweisung und Auswanderung der mit Deutschland sympathisierenden Bevölkerungsteile – unverändert.